Therapie und Begleitung

Die Demenz

Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine Therapieform, welche primäre Demenzerkrankungen heilen oder auf Dauer aufhalten kann. Medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungen ermöglichen jedoch eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs, eine Linderung der Symptome und eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen.

Medikamentöse Behandlung
Die sogenannten Antidementiva verbessern die Übertragung der Signale zwischen den Nervenzellen im Gehirn. Dies wirkt sich positiv auf Gedächtnisfunktionen, Sprache und Orientierung und somit auf die Alltagsfähigkeiten der Betroffenen aus. Bestimmte Medikamente der Gruppe der Antidementiva sollten bereits
zu Beginn der Erkrankung eingesetzt werden, um ihre vollständige Wirksamkeit zu entfalten. Andere sind speziell bei fortgeschrittener Demenz angezeigt.
Typische Symptome der Demenz wie Unruhe, Wut, Angst, Depressionen, Schlafstörungen, aggressives Verhalten und Wahn können außerdem mit entsprechenden Psychopharmaka behandelt werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung
Unter nicht-medikamentösen Therapie- und Betreuungssformen bei Demenz versteht man gezielte Maßnahmen, um die kognitiven, sozialen und alltagspraktischen Fähigkeiten der Betroffenen zu erhalten. Darüber hinaus ermöglichen sie eine Verringerung von Verhaltensstörungen und psychischen Symptomen.

Zu den gängigen, nicht-medikamentösen Therapien
bei Demenzerkrankungen zählen unter anderem:
  • Ergotherapie und Beschäftigungsangebote
  • Gedächtnistraining
  • Milieugestaltung (das Lebensumfeld der Betroffenen wird ihren verschiedenen Bedürfnissen im Verlaufe der Erkrankung angepasst)
  • Orientierungstraining (Orientierungsangebote helfen den Betroffenen sich zurechtzufinden)
  • Biographiearbeit (die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte hilft den Betroffenen, ihre Ich-Identität länger zu bewahren)
  • Validation (die subjektive Erlebniswelt des Betroffenen wird weder in Frage gestellt noch korrigiert)
  • Körper- und sinnesbezogene Ansätze (sie dienen – besonders bei fortgeschrittener Demenz – der Kommunikation und dem allgemeinen Wohlbefinden der Betroffenen)
  • Kunst- und Musiktherapie
  • Psychotherapie