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In Zeiten des Corona-Virus:
Menschen mit Demenz zuhause begleiten


Angehörige von Menschen mit einer Demenz stehen aufgrund der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen: Der größte Teil der Demenzerkrankten ist hochaltrig. Viele von ihnen leiden an weiteren Erkrankungen und sind durch den Corona-Virus besonders gefährdet. Zusätzlich haben Menschen mit Demenz Schwierigkeiten, die aktuelle Situation und die Kontaktbeschränkungen zu verstehen.

Die Helpline der „Association Luxembourg Alzheimer“ ist auch während der Corona-Pandemie 24 Stunden/24 und 7 Tage die Woche erreichbar: 26 432 432.

Wir haben für Sie einige Informationen und Tipps zusammengetragen, die für die Gestaltung Ihres Alltags während der Corona-Pandemie nützlich sein können.

1. Welche Personengruppen gelten als Risikogruppe?
2. Wie kann ich einem Menschen mit Demenz die Situation rund um die Corona-Pandemie erklären?
3. Die besondere Situation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen
4. Wie kann ich die gemeinsame Zeit zuhause leichter machen?
5. Warnzeichen bei Demenzerkrankten frühzeitig ernst nehmen
6. Notfallplan erstellen, um vorbereitet zu sein
7. Was kann ich für mich selbst tun?
8. Was bei Selbstisolation hilfreich ist
9. Besuchsstopp mit dem Pflegeheim in Kontakt bleiben
10. Angehörige oder ein Familienmitglied mit Demenz erkranken an Corona 


1. Welche Personengruppen gelten als Risikogruppe?

Gefährdete Personen sind Personen, die über 65 Jahre alt sind oder bereits an einer der unten aufgelisteten Krankheiten leiden. Die betroffenen Krankheiten sind:
• Diabetes
• Kardiovaskuläre Erkrankungen
• Chronische Atemwegserkrankungen
• Krebs
• Krankheits- oder therapiebedingte Immunschwäche

Außerdem haben grundsätzlich alle Personen ab etwa 50 bis 60 Jahren sowie Raucher ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.


2. Wie kann ich einem Menschen mit Demenz die Situation rund um die Corona-Pandemie erklären?

Je nachdem, wie viel Betroffene noch verstehen, muss die Antwort auf diese Frage unterschiedlich ausfallen. Die Nachrichten im Fernsehen und Radio, der veränderte Tagesablauf – auch wenn jemand nicht versteht, worum es dabei geht, wird er verunsichert sein und vielleicht immer wieder nachfragen. Dann sollten Sie versuchen, ihm die aktuelle Situation mit einfachen Worten zu erklären.

Besonders wichtig dabei: Geben Sie Ihrem Angehörigen mit Demenz gleichzeitig auch zu verstehen, dass er in Sicherheit ist, dass Sie weiter für ihn da sind und dass er nicht allein ist.


3. Die besondere Situation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Sowohl das «Social Distancing» (das physische Abstand halten von anderen Menschen) als auch die Selbstisolierung (zu Hause bleiben) können sich auf Menschen mit Demenz und betreuende Angehörige in besonderer Weise auswirken:
• Menschen mit Demenz werden oft Schwierigkeiten haben zu verstehen, was geschieht.
• Sie haben wahrscheinlich Schwierigkeiten, sich an die Empfehlungen zur Hygiene und sozialen Distanzierung zu erinnern.
• Ihre Möglichkeiten, sich mit ihren üblichen Unterstützungsnetzwerken wie Selbsthilfegruppen, Alzheimer-Cafés oder anderen Aktivitäten zu verbinden, stehen aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Verfügung.
• Diese Situation hat auch erhebliche Auswirkungen auf Sie als betreuende Angehörige, denn auch viele Ihrer Hilfs-, Unterstützungs- und Entlastungsdienste können ebenfalls nicht mehr angeboten werden und Sie sind auf sich selbst oder Ihr engstes persönliches Umfeld angewiesen.


4. Wie kann ich die gemeinsame Zeit zuhause leichter machen?

Versuchen Sie, soweit wie möglich die gewohnten Routinen beizubehalten. Für einen Menschen mit Demenz kann es beängstigend sein, wenn sich die Routine bzw. die üblichen Abläufe plötzlich ändern. Versuchen Sie daher, den Tag wie bisher zu strukturieren, auch wenn bestimmte Dinge wie der Besuch der Betreuungsgruppe derzeit nicht möglich sind.
• Spaziergänge an der frischen Luft sind weiterhin möglich und tun sowohl Ihnen als auch Ihrem Angehörigen gut. Wenn vorhanden, kann natürlich auch der Garten weiterhin genutzt werden.
• Auch in der Wohnung gibt es viele Möglichkeiten der Beschäftigung. Je nach Fähigkeiten und Interessen können Sie gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen, Kreuzworträtsel lösen, gemeinsam singen oder Musik im Radio oder Fernsehen anhören.
• Viele Möglichkeiten bietet auch das Internet: Es gibt zum Beispiel virtuelle Rundgänge durch verschiedene Museen, ebenso sind viele Filme frei zugänglich, beispielsweise in den Mediatheken.


5. Warnzeichen bei Demenzerkrankten frühzeitig ernst nehmen

Bei Menschen mit Demenz ist zunehmende Unruhe und Verwirrung oft das erste Symptom eines Gesundheitsproblems:
• Wenn die erkrankte Person immer unruhiger wird, sollten Sie dies als Warnzeichen ernstnehmen und Fieber messen.
• Bei Symptomen für eine Atemwegserkrankung, wie z.B. Husten und/oder Fieber (> 38 Grad) ‒ egal ob bei Ihnen oder bei der von Ihnen betreuten Person ‒ wenden sich Sie umgehend ausschließlich telefonisch an Ihren Hausarzt.
• Als betreuende/pflegende Angehörige sollten Sie spätestens ab jetzt möglichst keinen engen Kontakt zu Dritten auch aus der eigenen Familie haben, um diese nicht einem höheren Infektionsrisiko auszusetzen.
• Vermeiden Sie möglichst den direkten Kontakt und körperliche Nähe. Dazu gehören auch Umarmungen oder Berührungen vor allem im Gesicht.
• Besprechen Sie mit einer Fachperson Ihres Vertrauens (Hausarzt), wie die Betreuung am besten durchführbar ist.


6. Notfallplan erstellen, um vorbereitet zu sein

Möglicherweise muss die betreuende oder auch die demenzerkrankte Person isoliert werden. Dann ist es entscheidend, dass pflegende Angehörige über einen Notfallplan verfügen. Um parat zu sein, ist es wichtig, den Notfallplan frühzeitig und in Ruhe zu erstellen. Nutzen Sie die Zeit und beziehen Sie die demenzerkrankte Person wo möglich mit ein.

a. Halten Sie Wichtiges schriftlich fest
Wenn Sie plötzlich nicht mehr in der Lage sind, Betreuung und Pflege zu leisten, muss demjenigen, der übernimmt, alle wichtigen Informationen zur Verfügung stehen. Wir empfehlen, dass Angehörige ein Dokument oder eine Mappe mit folgenden schriftlichen Informationen erstellen:
• Skizzieren Sie einen typischen Tagesablauf und halten Sie dabei besondere Gewohnheiten der zu betreuenden Person fest.
• Notieren Sie auch, ob es besondere Aufgaben gibt, bei denen sie/er Hilfe benötigt, oder Aktivitäten, die ihr/ihm besondere Freude bereiten.
• Legen Sie den Medikamentenplan bereit und notieren Sie mögliche Besonderheiten mit bestehenden Erkrankungen, Allergien etc.
• Wenn eine Patientenverfügung oder ein Vorsorgeauftrag vorhanden sind, legen Sie diesen ebenfalls bei.
• Notieren Sie alle wichtigen Informationen über die Wohnung der Person, z.B. wie die Zentralheizung eingeschaltet wird, wo sich der Sicherungskasten befindet usw.
• Erstellen Sie eine Liste aller wichtigen Kontaktpersonen (z. B. Hausarzt, Familienangehörige, Nachbarn etc.).
Sie können auch Essen, z. B. die Lieblingsspeise der demenzerkrankten Person, vorkochen, so dass die Vertretung darauf zurückgreifen kann.

b. Nominieren Sie eine Person als Ersatzbetreuung
Haben Sie ein anderes Familienmitglied, eine Nachbarin, die bereit und in der Lage wären, für Sie einzuspringen, wenn Sie für eine gewisse Zeit die Betreuung nicht leisten können? Oder vielleicht jemanden, der Sie auch einmal kurzfristig entlasten könnte? Versuchen Sie möglichst jemanden zu finden, der nicht einer Risikogruppe angehört und somit jünger ist als 65 Jahre und keine chronischen Erkrankungen aufweist:
• Fragen Sie unbedingt die mögliche Ersatzbetreuungsperson vorher, ob sie für einen solchen Fall bereit wäre, diese Rolle zu übernehmen. Besprechen Sie dieses Szenario auch immer wieder mit der demenzerkrankten Person, damit sie für den Ernstfall schon vorbereitet ist.
• Sie sollten dafür sorgen, dass die Ersatzbetreuungsperson Zugang zu wichtigen Details über die medizinischen und sozialen Betreuungs-/Pflegebedürfnisse hat. Prüfen Sie, ob es Aufgaben gibt, die dieser gezeigt werden müssen (z.B. beim Essen unterstützen oder die Verwendung von Mobilitätshilfen).
• Stellen Sie sicher, dass alle Fachleute des Gesundheits- und Sozialwesens, die möglicherweise mit der Pflege Ihrer Angehörigen befasst sind, wissen, wer die Ersatzbetreuungsperson ist.

c. Informieren Sie sich frühzeitig über professionelle Hilfe
Eventuell reichen Ihre privaten Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten nicht mehr aus. Suchen Sie daher rechtzeitig Kontaktdaten von professionellen Helfenden. Notieren Sie sich die Kontaktinformationen, so dass Sie sie im Bedarfsfall zur Hand haben.


7. Was kann ich für mich selbst tun?

Auch für Sie als Angehöriger ist die aktuelle Situation eine große Herausforderung. Damit Sie Ihre eigenen Kräfte schonen, ist es wichtig, dass Sie sich auch um sich selbst sorgen. Nur so können Sie Ihrem demenzkranken Familienmitglied auch weiterhin unterstützend zur Seite stehen.
• Derzeit sollten Besuche von außen auf ein Minimum beschränkt werden. Das heißt aber nicht, dass Sie völlig auf Unterstützung verzichten müssen. Suchen Sie eine gesunde Person aus Ihrer Familie/Ihrem Umfeld, die möglichst regelmäßig und zumindest stundenweise zu Ihnen kommen kann. Die Person darf selbst nicht gesteigert gefährdet sein (möglichst unter 50 Jahre und körperlich gesund) und muss natürlich die Hygienemaßnahmen korrekt einhalten (richtiges Händewaschen …).
• Ziehen Sie sich in dieser Zeit in ein anderes Zimmer zurück, gehen Sie einer Beschäftigung nach, die Ihnen selbst Freude bereitet, machen Sie einen Spaziergang oder ruhen Sie sich auch einfach nur aus.
• Nutzen Sie die Ruhezeiten der demenzerkrankten Person, um selbst auszuruhen. Verwenden Sie diese Zeit nicht für Hausarbeiten. Versuchen Sie später, die demenzerkrankte Person bei Hausarbeiten einzubinden, Zeit dafür haben Sie ausreichend.
• Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte über die verschiedenen Kommunikationskanäle: Nutzen Sie neben dem Telefon auch Videogespräche über Skype, Zoom oder einen anderen Dienst, wenn Sie die technischen Möglichkeiten dafür haben. Gespräche sind auch vom Balkon aus oder über den Hausflur möglich, wenn Sie dabei den Sicherheitsabstand von 2 Metern einhalten. Auch ein Brief oder eine Postkarte sind jetzt wieder gute Möglichkeiten, den Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten. Wichtig ist es, dass Sie mit jemandem über Ihre Sorgen und Gedanken sprechen und vor allem auch mal wieder mit jemandem gemeinsam lachen können.
• Vielleicht sind Sie ja bereits Mitglied einer Angehörigengruppe? Nehmen Sie Kontakt zu den anderen auf. Telefonieren Sie miteinander und vielleicht ist auch eine WhatsApp-Gruppe (oder natürlich eine Gruppe mit einem anderen Messenger) jetzt eine Idee, um sich gegenseitig Mut zu machen.


8. Was bei Selbstisolation hilfreich ist

Müssen Sie oder Ihre betreute Person (gemeinsam) zu Hause bleiben (Selbstisolierung), gibt es einige Dinge, die Sie tun können, um die Situation so stressfrei wie möglich zu gestalten.

a. Fragen Sie nach Hilfe – viele helfen gerne!
Hilfe annehmen ist für viele nicht einfach. Aber gerade in dieser Zeit ist Zurückhaltung ein falsch verstandener Stolz. Aktiv um Hilfe bitten zeugt von Verantwortungsbewusstsein: gegenüber sich selbst, als auch gegenüber dem Menschen, den Sie betreuen. Vergewissern Sie sich, dass alle benötigten Medikamente in ausreichender Menge zuhause vorhanden sind. Rufen Sie den Hausarzt oder die örtliche Apotheke an. So stellen Sie sicher, dass Sie einen Vorrat zuhause haben. Greifen Sie auf die Solidarität Ihres Umfeldes zurück. Lassen Sie sich unterstützen, z.B. beim Einkaufen.

b. Versuchen Sie die üblichen Routinen einzuhalten

Für eine demenzerkrankte Person kann es beängstigend sein, wenn die Routine bzw. die gängigen Abläufe sich plötzlich ändern. Diese sollen möglichst stabil bleiben:
• Führen Sie Gewohntes weiter, strukturieren Sie den Tag wie immer, das schafft Vertrauen und Ruhe in der Situation für Sie beide.
• Helfen Sie Ihrer/-m demenzerkrankten Angehörigen, ein Gefühl der Sicherheit zu bewahren. Versuchen Sie auf ihre/seine Bedürfnisse einzugehen und ihnen bestmöglich zu begegnen.

c. Bringen Sie vermehrt Erinnerungshilfen für Menschen mit Demenz an
Menschen mit Demenz benötigen möglicherweise zusätzliche und/oder schriftliche Erinnerungen und Unterstützung, um sich von einem Tag auf den anderen an wichtige Hygienepraktiken zu erinnern:
• Bringen Sie im Badezimmer oder an anderen Orten in der Wohnung Schilder/Hinweise an, die daran erinnern, sich 20 Sekunden lang die Hände mit Seife zu waschen.
• Demonstrieren Sie gründliches Händewaschen, vielleicht kann das Singen eines Liedes die Person dazu ermutigen, sich die Hände zu waschen.
• Ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel mit mindestens 60 % Alkohol kann eine schnelle Alternative zum Händewaschen sein, wenn die Person mit Demenz nicht an ein Waschbecken gelangt oder sich die Hände nicht leicht waschen kann.
• Bitten Sie Ihren Apotheker oder Ihre Ärztin, Rezepte für eine größere Anzahl von Tagen auszufüllen, um die Zahl der Apothekenbesuche zu reduzieren.
• Ermutigen Sie die Person mit Demenz dazu, in ein Einmalpapiertaschentuch zu husten oder zu niesen, statt in die Hände. Sorgen Sie dafür, dass die benutzten Papiertaschentücher in einen speziell dafür bestimmten Abfalleimer in Ihrem Zimmer oder besser noch direkt in der Toilette entsorgt werden.
• Säubern Sie häufig genutzte Gegenstände, wie z.B. Fernbedienungen, Türgriffe und Wasserhähne, Brillen, Armlehnen von Stühlen, etc. regelmäßig mit einem normalen Haushaltsreinigungsspray oder -wischtuch.
Halten Sie die Hygienemaßnahmen penibel ein. Wenn Ihr Angehöriger die Maßnahmen nicht versteht oder wieder vergisst, ist es manchmal besser, die Maßnahmen gemeinsam durchzuführen und sie entsprechend anzuleiten. Prüfen Sie aber auch, ob Ihre Erklärungen verstanden und eingehalten werden können.

d. Aktivitäten und Beschäftigung lenken ab
Ermutigen Sie die Person, aktiv zu bleiben und auch Aktivitäten nachzugehen, während sie sich zu Hause aufhält.
• Frische Luft tut gut und bringt Abwechslung. Achten Sie auch draußen bei Spaziergängen oder im Garten darauf 2 Meter Abstand einzuhalten.
• Verschiedene Online-Portale bieten insbesondere auch Bewegungsaktivitäten für ältere Menschen an.
• Stellen Sie sicher, dass die Person auch zu Hause aktiv sein kann: Zeitschriften, Puzzles, Musik, Stricken, Lieblings-TV-/Radio-Programme, kleinere Reparatur- oder Gartenarbeiten und ähnliches mehr.
• Viele Museen oder andere öffentliche Kulturstätten bieten auch virtuelle Besuche an.
• Auch die Gesellschaftsspiele wie z.B. Würfelspiele bringen Beschäftigung und Spaß.


9. Bei Besuchsstopp mit dem Pflegeheim in Kontakt bleiben

Alle Pflegeheime, so auch das Wohn- und Pflegeheim «Beim Goldknapp» der «Association Luxembourg Alzheimer», haben aus Sicherheitsgründen einen Besuchsstopp erlassen. Diese Maßnahme schützt sowohl die Bewohner, welche zu den Corona-Risikogruppen gehören, als auch die in den Pflegeheimen tätigen Gesundheitsfachpersonen. Die Situation ist für Sie als Angehörige aber auch für Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied anspruchsvoll. Die Pflegeheime sind bemüht, einerseits in außergewöhnlichen Situationen auch Ausnahmen von diesem Besuchsverbot zu machen. Andererseits versuchen sie, die Zeit ohne Besuche für die Bewohner möglichst abwechslungsreich und stressfrei zu gestalten. Auch während des Besuchsstopps können Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen in Verbindung bleiben:
• Rufen Sie regelmäßig an und versuchen Sie, auch über andere technische Möglichkeiten (Skype etc.) Kontakt zu halten. Sie können die Pflegefachpersonen bitten, Ihrem Angehörigen zu einem verabredeten Zeitpunkt dabei behilflich zu sein.
• Lassen Sie den Pflegenden Fotos von sich und den Familienangehörigen zukommen, damit sie diese Ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied überbringen.
• Musik kann bei Menschen mit Demenz eine sehr positive Stimmung auslösen. Stellen Sie eine Playlist der Lieblingsmusikstücke Ihres Familienangehörigen zusammen. Sie können auch Tonnachrichten sprechen oder selbst Lieder aufnehmen. Diese schicken Sie zusammen mit den notwendigen Abspielgeräten an die Pflegefachpersonen, so dass Ihr Angehöriger darüber Ihre Stimme hören und die Musik genießen kann.
• Gleiches geht auch mit Videobotschaften, die Sie und Ihre Familie oder Freunde aufnehmen können.


10. Angehörige oder ein Familienmitglied mit Demenz erkranken an Corona

Sie haben Symptome einer akuten Atemwegsinfektion, welche durch das neue Coronavirus verursacht sein kann oder die Erkrankung wurde bei Ihnen oder einem demenzkranken Angehörigen labordiagnostisch bestätigt. Eine infizierte Person mit schwerwiegenden Symptomen wird wahrscheinlich ins Spital überwiesen und dort entsprechend behandelt. Bei weniger schwerwiegenden Symptomen muss die Person für mindestens zehn Tage zuhause isoliert sein, damit sie andere Personen nicht ansteckt. In einer solchen Situation benötigen Sie dringend Hilfe – das ist keine Aufgabe, die Sie allein bewältigen können.

a. Wenn Ihr demenzkrankes Familienmitglied isoliert werden muss
Demenzerkrankte Menschen können nicht auf sich allein gestellt zuhause sein, sondern benötigen Unterstützung. Aber Ihr eigener Schutz muss dabei höchste Priorität haben. Aktuell sind uns keine Modelle bekannt, wie einer solchen Situation befriedigend und risikolos zu begegnen ist. Wenn Sie im gleichen Haushalt leben, können wir Folgendes raten, um die Übertragung des Virus soweit wie möglich zu vermeiden:
• Wenn Sie selbst zu einer Risikogruppe gehören (> 65 und/oder eine chronische Erkrankung haben), kann sich eine Person aus Ihrem näheren Umfeld, die nicht zu einer Risikogruppe gehört, um das demenzbetroffene Familienmitglied kümmern. Sie selbst sollten für eine gewisse Zeit bei einem anderen Familienmitglied oder Freunden unterkommen.
• Besorgen oder organisieren Sie ausreichend Desinfektions- und Schutzmaterial.
• Versuchen Sie Körperkontakt soweit wie möglich zu vermeiden und wo immer möglich halten Sie einen Sicherheitsabstand ein: Sitzen Sie z.B. am Tisch möglichst weit voneinander weg, vermeiden Sie das Nebeneinandersitzen auf der Couch.
• Tragen Sie beide eine Schutzmaske. Wenn die demenzerkrankte Person diese nicht akzeptiert, versuchen Sie, sie spielerisch daran zu gewöhnen. Oder nutzen Sie Schals und Tücher, die Sie häufig wechseln, sofort waschen oder entsorgen.
• Vermeiden Sie es, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
• Halten Sie die Hygienemaßnahmen in noch kürzeren zeitlichen Abständen ein.

b. Wenn Sie selbst isoliert werden müssen
In diesem Fall gelten die gleichen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen wie im obigen Fall.
• Um Ihr demenzkrankes Familienmitglied soll sich eine Betreuungsperson aus Ihrem familiären Umfeld kümmern, die nicht einer Risikogruppen angehört.
• Stellen Sie der neuen Betreuungsperson den Notfallplan zur Verfügung. Dieser bietet hilfreiche Orientierung. Bleiben Sie im Austausch (telefonisch, via Social Media) mit der neuen Betreuungsperson – so lassen sich Schwierigkeiten frühzeitig angehen.
• Wenn Sie selbst am Coronavirus erkrankt sind, ist es einfacher, wenn Sie selbst außerhalb von zuhause in Isolation gehen. So kann die demenzerkrankte Person in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben, was die Situation für sie beide sowie die neue Betreuungsperson einfacher macht.


Die “Association Luxembourg Alzheimer“ ist für Sie da. Unsere Helpline ist 24 Stunden/24 erreichbar unter der Nummer 26 432 432. Sie können uns auch per Telefon (26 007-1) oder per Mail (info@alzheimer.lu) kontaktieren.





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